Weiden schneiden und Müll einsammeln

Gestern haben wir wieder im Rahmen der stadtweiten Müllsammelaktion die Straßen und Wege rund den Bahnhof abgelaufen und dabei die B476, die B68, die Oldendorfer, Hesselteicher und Ostbarthauser Straße sowie einen Teil des Interkommunalen Gewerbegebiets gereinigt. Das war nun das 23. Mal, dass wir losgegangen sind.

Nachdem im letzten Jahr die Aktion wegen des sehr schlechten Wetters um eine Woche verschoben werden musste hat die Arbeit, so unangenehm sie manchmal insbesondere im Gewerbegebiet auch ist, bei dem schönen Sonnenschein viel Spaß gemacht. Und man sieht dann ja auch an den weiterhin teilweise sehr verdreckten Straßengräben einen echten Vorher-Nachher-Effekt. Und wir waren dieses Mal einige Leute (das Foto zeigt nur einen Teil):

Und so waren es am Ende wieder 14 sehr volle Müllsäcke, in die die beiden großen Teppiche, die in einem der kleinen Wäldchen lagen, nicht mehr reingepasst haben. Und ein Thema, welches alle Müllsammelgruppen später im Schützenhaus gemeinsam hatten: Die unheimlichen Mengen an leeren Alkoholflaschen, die überall zu finden sind.

Die Weiden wurden zum ersten Mal auf den Stock gesetzt

Es ist inzwischen schon ein paar Wochen her, an einem Tag, als noch alles tief gefroren war, da wurden die vor 3 Jahren auf dem Thiel gepflanzten Weiden von uns zum ersten Mal auf den Stock gesetzt:

Die Bäume haben sich, den hinter uns liegenden, trockenen Jahren zum Trotz, toll entwickelt und können nach dem Schnitt nun anfangen die Köpfe zu entwickeln, die sie nach und nach zu Kopfweiden und damit zu ökologisch besonders wertvollen Bestandteilen der Landschaft werden lassen.

Corona auch im Straßengraben 😷

Heute war unsere 21. Müllsammelaktion, wie immer im Frühjahr im Rahmen der stadtweiten Müllsammelaktion. Bei bestem Wetter hat es viel Spaß gemacht sich draußen zu betätigen, aber das Ergebnis war mal wieder ernüchternd 😞

Während im Industriegebiet alles unverändert ist und durch die zahlreich übernachtenden LKW Fahrer enorme Mengen von Müll – und dabei auch noch besonders ekelerregender Müll – hinterlassen wird, hat sich an den Straßenrändern zu den an den immer gleichen Stellen zu findenden Schnapsflaschen nun der Coronamüll gesellt: Masken, Masken in allen Formen und Farben, ergänzt von einzelnen – positiven? – Schnelltests.

Da ist es schön zu sehen, dass es immerhin ein paar der vor nun 11 Jahren am Bahnhof gepflanzen Narzissen bis heute geschafft haben 🤩

Ein Klimaschutzpreis für uns 😊🌻

Einen Tag vor Heiligabend fand sie statt, die Preisverleihung im Rathaus, bei der uns der Klimaschutzpreis der Westenergie überreicht wurde. Dass wir für diesen Preis vom Stadtrat vorgeschlagen wurden hat uns überrascht und sehr gefreut! Vor allem, da die Zustimmung in der Sitzung des Umweltausschusses am 1.12.2021 nahezu einstimmig war.

Warum haben wir diesen Preis erhalten, der ‘lokale Umweltschutzaktivitäten von Bürgern, Vereinen, Institutionen und Firmen zum Nutzen der Bürger/Öffentlichkeit, der Kommunen und zum Wohle des Klimas’ unterstützen soll? 

Da haben zum einen unsere seit 2011 stattfindenden Müllsammelaktionen eine Rolle gespielt, die einen Teil dazu beigetragen haben die Bahnhofsregion etwas ansehnlicher zu machen. Gerade in der Zeit, als noch jeden Tag tausende von Autos und LKWs von und zur Autobahn hier durchgekommen sind.

Dann sind da aber auch noch die Anpflanzungen, die wir in den letzten Jahren rund um den Thiel mit Unterstützung der Stadt und vor allem auch der Landwirte realisieren konnten. Darüber hatten wir hier berichtet.

Und für solche weiteren Anpflanzungen werden wir das Geld dann sicherlich einsetzen können 🌳🌲🌳🌲🌳

Birnen, Weiden und Sträucher für den Thiel

Am vergangenen Samstag haben wir eine Pflanzaktion auf dem Thiel vorläufig abgeschlossen, die schon im letzten Frühjahr begann: In Zusammenarbeit mit der Stadt Borgholzhausen durften wir an der Ostbarthauser Straße 17 Birnbäume auf dem Grund des Bio-Hofs Hohnhorst/Kutz pflanzen. Dabei wurden ganz unterschiedliche Sorten gesetzt mit interessanten Namen wie ‘Pitmaston’, ‘Pastorenbirne’, ‘Madame Verte’ oder ‘Nordhäuser Winterforelle’:

Schon im vergangenen Frühjahr hat der erste Teil der Pflanzaktion stattgefunden: Dabei wurde eine Weidenreihe an einem wieder ausgehobenen Graben am Thiel gesetzt, die inzwischen schon kräftig ausgetrieben hat:

Und auf drei Wirtschaftswegen wurde an Stellen, die für die Nutzung der daran liegenden Äcker nicht mehr benötigt werden, eine bunte Mischung von Gehölzen gepflanzt, die die Landschaft bereichern und den Wildtieren Deckung und Nahrung geben werden:

Leider begann im letzten Jahr fast direkt nach der Pflanzung die lange Trockenheit und trotz Bewässung hat es ein Teil der Sträucher nicht geschafft. Da werden wir dann im Herbst noch einmal ran müssen.

Mikroplastik – Noch ein Grund den Müll aus der Landschaft zu sammeln

Immer noch haben wir die Corona-Einschränkungen, die auch die Frühjahrsmüllsammelaktion schwerer gemacht haben. Trotzdem hatten wir am Ende wieder eine ziemlich ‚Ausbeute‘, und das obwohl wir nur mit einer kleinen Gruppe unterwegs waren und kurz vorher (vermutlich) der Landesbetrieb die Gräben an der B476 hatte reinigen lassen:

Müllsäcke von der Müllsammelaktion im März 2021

Und manche*r denkt offenbar wenn etwas aus Papier und Holz ist, dann ist es OK es aus dem Fenster zu werfen, auch wenn es dann wie dieser McFlurry Becher mitten in einer Wiese landet und mit der Grasernte im Futter für die Kühe gelandet wäre:

Müllsack von der Müllsammelaktion im März 2021 mit McFlurry Becher

Nun ist sind die Straßen wieder – für den Moment – schön aufgeräumt und der Frühling kann kommen. Aber das gute Gefühl für einen sauberen Anblick gesorgt zu haben ist nur eine Motivation dazu sich hunderte von Malen zu bücken und die Abfälle von anderen einzusammeln:

Mikroplastik – hemmt das Pflanzenwachstum 😬

Beim Müllsammeln stößt man unweigerlich auf Plastikmüll, der schon sehr zerfallen ist, oder von Anfang an sehr klein war. Z. B. der zwar seltener gewordene, aber immer noch zu findende Inhalt eines am Straßenrand ausgeschütteten Autoaschenbechers. Aber wenn man seine Sammelstrecke in wenigen Stunden schaffen will kann man nicht jedes Fitzelchen mitnehmen, was auch schwierig ist wenn die Pflanzenwurzeln es bereits durchzogen haben.

Aber ist das überhaupt schlimm? Irgendwann ist der Müll so klein geworden, dass man ihn nicht mehr ohne weiteres sieht und gibt es nicht den Spruch ‚Aus den Augen, aus dem Sinn‘? Leider ist das nicht so, denn verschwunden ist das Plastik ja nicht, es wird hingegen unweigerlich zu Mikroplastik und davon hat man in den letzten Jahren immer häufiger gehört.

Man kann dabei unterscheiden zwischen Mikroplastik, welches von den Herstellern bewusst etwa in Kosmetikprodukten verwendet wird und bei der Nutzung schon in winziger Form in die Umwelt gerät. Hier kann man als Verbraucher*in immerhin entscheiden nur Produkte zu verwenden, die ohne solche Partikel auskommen.

Stückchen Plastik zwischen Pflastersteinen

Dann gibt es aber noch das Mikroplastik, welches ursprünglich mal kein Mikroplastik war. Sondern vielleicht mal ein Coffee-to-go Becher am Straßenrand, der durch Sonne und Wetter nach und nach in kleinere Teile zerfällt, sich aber erst nach sehr langer Zeit – vielleicht erst nach mehr als 100 Jahren! – komplett aufgelöst haben wird.

Aber was macht das Mikroplastik eigentlich im Boden? Hier gibt eine aktuelle Forschungsarbeit der Uni Rostock einen ersten Eindruck, was uns bevorstehen könnte: Auf mit Mikroplastik versetzten Böden kann Weidelgras – eine häufig für die Futtergewinnung eingesetzte Grasart – nicht mehr so gut keimen und die Auswirkungen waren um so größer, je kleiner die Partikel wurden. Der unsichtbare Müll könnte also deutlich spürbare – negative – Effekte darauf haben wie viele Lebensmittel wir von unseren Äckern ernten können. Zumindest den Äckern, die bis dahin nicht überbaut worden sind von Straßen, Industrie oder Siedlungen.

Es gibt heute kein in großem Umfang einsetzbares Mittel, mit dem sich einmal in die Böden gelangtes Mikroplastik daraus wieder entfernen ließe. Das einzige Mittel ist es dafür zu sorgen, dass Mikroplastik gar nicht erst entsteht! Also seinen Müll nicht in die Landschaft zu werfen. Und ggf. den Müll anderer einzusammeln.

Damit bewirkt man offenbar noch viel mehr als ’nur‘ für eine aufgeräumte Landschaft zu sorgen, man schützt auch unsere Böden davor nach und nach ihre Ertragskraft zu verlieren.

Stellungnahme zum Regionalplan

Über den Regionalplan konnte man in den letzten Wochen oft in der Zeitung lesen, denn kaum eine Kommune ist derart gegen ihren Wunsch mit potentiellen Industriefläche ‚gesegnet‘ worden wie Borgholzhausen. Die Planer*innen im fernen Detmold sehen hier offenbar nur Lücken zwischen Industrieflächen, die dringend geschlossen gehören. Was sollte man auch sonst mit einer offenen Landschaft anfangen?

Dieser Brief von Anwohner*innen der Ostbarthauser Straße, der Oldendorfer Straße, der Thielheide der Osnabrücker Straße und den MITbürgern ist daher rechtzeitig vor Ende der Einwendungsfrist in Detmold eingegangen, zusammen mit den Unterschriften von mehr als 60 Unterzeichner*innen:


An die
Bezirksregierung Detmold
Dezernat 32 
– Regionalentwicklung –

Leopoldstr. 15
32756 Detmold 

Borgholzhausen, 25. März 2021

Stellungnahme zum Regionalplan der Bezirksregierung Detmold

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Interesse haben wir Ihren Regionalplan-Entwurf für die Gemeinde Borgholzhausen zur Kenntnis genommen. Als Anwohner des Bereichs Borgholzhausen-Bahnhof sind wir seit dem Lückenschluss der A33 mit weitreichenden Veränderungen vor Ort befasst. Die Autobahn-Anschlussstelle Borgholzhausen sowie das interkommunale Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold haben Chancen und Risiken befördert. Veränderungen sind der Alltag und sollen im Dialog mit den Anwohnern entschieden werden. Nachdem es aktuell in Borgholzhausen nicht an ausgewiesenen Gewerbeflächen mangelt, steht Ihr Regionalplan-Entwurf womöglich noch nicht im Zentrum von Diskussionen. Dennoch möchten wir es nicht versäumen schon frühzeitig unsere Forderung nach einer kreativen und bürgerfreundlichen Vision für den Bereich Borgholzhausen-Bahnhof zu manifestieren. 

Ein Ansatz, der lediglich eine riesige Gewerbefläche skizziert, erscheint auf den ersten Blick, grob gesagt, weder zeitgemäß noch besonders phantasievoll. Sicherlich müssen sich Städte und Kommunen immer einer Vielzahl von Herausforderungen stellen. Beispielsweise scheint das Ideenpaar von „Ballungszentren und Pendlerströme gen Arbeitsplatz“ nicht mehr alternativlos. Wie sollten also Bebauungspläne der Zukunft aussehen? Welche Nutzung ist vor Ort nicht nur nötig, sondern auch sinnvoll? Sind landwirtschaftliche Flächen, die die Ernährungsgrundlage aller Bewohner sicherstellen, langfristig vorrangig schützenswert? Welche alternativen Modelle können Sie vorschlagen? Ist es von Interesse, der nächsten Generation, die sich in ländlichen Regionen – wie an der Ostbarthauser Straße– niederlässt oder bereits in der x-ten Generation vor Ort wohnt/lebt/arbeitet, ein städtebauliches Angebot zu machen, das Bildungs- und Freizeitangebote vor Ort integriert?

Wenn sich Klima und sein unaufhaltsamer Wandel sukzessive in den Fokus drängen, müssen Mobilitätskonzepte überdacht werden. Ist die glanzlose Lösung von Stadt contra Land noch aktuell? Sind Gewerbeparks an Autobahnen zeitgemäß? Und wo bleiben die Anliegen und Bedürfnisse der Anwohner, die vor der Anbindung ans Autobahnnetz bereits eine gutes Niveau an Lebensqualität hatten? Sollen Gewerbehallen sowohl die Landschaft als auch die Häuser der Anwohner überstrahlen? Ist das der stillschweigende wie unrühmliche Wettbewerb deutscher Autobahn-Anschlussstellen? Wir möchten Sie auffordern, Ihre bisher leider einseitige Vision unserer Wohngegend zu überdenken und auch unter Berücksichtigung der vielschichtigen Ressourcen und Bedürfnisse der Menschen vor Ort (Beruf – Bildung – Freizeit – Agrarkultur – Fauna und Flora) neu auszubalancieren. 

Hierzu im folgenden konkrete Vorschläge und Anmerkungen:

Die als Industrie- und Gewerbegebiet eingeplante Fläche auf dem Thiel (IBV.S1) sowie der angrenzenden Flächen nach erneuter Prüfung ersatzlos streichen und als Acker- sowie Grünland ausweisen (Regionalplanentwurf: Bezeichnung GIB 009 und GIB 008).

Neben den oben genannten Gründen spricht hier insbesondere die Topographie gegen eine Bebauung. Der Thiel erhebt sich als signifikanter Hügel aus der Umgebung. Er stellt die höchste Erhebung zwischen dem Teutoburger Wald und Münster dar. Wir sehen kein schlüssiges Argument, ein Industriegebiet auf den einzigen Hügel in einer ansonsten flachen Umgebung zu setzen und halten es folglich für einen Entwurfsfehler, der bei einer Begehung vor Ort aufgefallen wäre. Nicht nur der Wertverlust angrenzender Immobilien und Grundstücke wäre beklagenswert, die Bebauung selbst wäre allein aus Gründen des Landschaftsbildes ein städtebaulicher Offenbarungseid – und für das Marketing dieser Region am Teutoburger Wald katastrophal (Kulturlandschaftsbereiche – Fachsicht Landschaftskultur: K 6.19 und K 6.20).

Ein zweiter Aspekt spricht ebenfalls gegen die Ausweisung als Industrie- und Gewerbegebiet. Im Bereich Thiel sind in den vergangenen 10 bis 20 Jahren ökologische Ausgleichsflächen in nicht unerheblichem Ausmaß geschaffen worden, die Eingriffe andernorts abmildern sollen. Diese Flächen kommen nun gerade erst langsam zur ökologischen Wirksamkeit, da die Natur ihre Zeit braucht. Welche Idee würde es rechtfertigen, dass genau in diesem Gebiet Industrie- und Gewerbeflächen ausgewiesen werden? Hier würden politische Versprechen der Vergangenheit ad absurdum geführt und unser aller Verständnis von Nachhaltigkeit verletzt, was den Bürgern und Wählern gerade in Zeiten größerer ökologischer Sensibilität schlecht zu vermitteln sein dürfte.

Wir freuen uns auf einen offenen Dialog zur Gestaltung unserer Lebensräume.

Mit freundlichen Grüßen

Die Anwohner der Ostbarthauser Straße,
der Thielheide, der Oldendorfer Straße und
der Osnabrücker Straße in 33829 Borgholzhausen
sowie die Initiative MITbürger Borgholzhausen-Bahnhof

Müllsammeln in Coronazeiten

Als bei der Müllsammelaktion im Frühjahr die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren waren hätte wohl niemand gedacht, dass dies bei unserer herbstlichen Müllsammelaktion – der 19. – eine noch größere Rolle spielen würde…Aber so konnten wir gestern nur in sehr kleinem Rahmen losziehen um die Straßengräben vor dem Winter noch einmal zu säubern. Auch dort zeigten sich die Auswirkungen der Pandemie:

Insgesamt war das Müllaufkommen im Vergleich zu den früheren Jahren geringer. Vielleicht hat hier die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice, die viele betraf und betrifft, auch die Menge der Hinterlassenschaften am Wegesrand reduziert?

Den Industriegebiet konnten wir dieses Mal allerdings nicht mit reinigen….und da fällt durch die zahlreichen übernachtenden LKW Fahrer weiterhin jede Menge Müll an.

Unsere 17. Müllsammelaktion: Das erste Mal nach der Autobahneröffnung

Am vorletzten Montag wurde die A33 Richtung Bielefeld eröffnet und am letzten Samstag sind wir durch die Straßengräben an der B476, der B68 und der Ostbarthauser Straße gegangen um den Müll zu beseitigen, der von rücksichtslosen Autofahrern und -fahrerinnen in der Umwelt entsorgt wurde. Und es sind wieder einige Säcke voll zusammen gekommen:

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Schwerpunkt war wieder einmal das Interkommunale Gewerbegebiet, trotz der aufgestellten Mülleimer sind viele der dort weiterhin zahlreich übernachtenden LKW Fahrer nicht in der Lage ein paar Meter zu gehen und ihren Müll dort zu entsorgen. Aber auch in den Gräben der B476 hatte sich den Sommer über wieder einiges angesammelt. Dafür hatten wir tolles Wetter: IMG_20191123_104355.jpgNun wird es spannend sein zu sehen, ob sich das Müllaufkommen mit dem stark veränderten Verkehr bessern wird. Das nächste Frühjahr und die dann stattfindende, stadtweite Müllsammelaktion werden es zeigen!

An dieser Stelle bedanken wir uns wieder einmal bei der Stadtverwaltung, die uns den gesammelten Müll abgenommen und mit hilfreicher Ausrüstung für das Müllsammeln ausgestattet hat.

Versmold ohne Neubesinnung beim 3. Bauabschnitt – Wie entscheidet sich Borgholzhausen?

In dieser Woche – am Donnerstag, dem 23. Mai 2019 ab 18 Uhr – wird der Stadtrat von Borgholzhausen über die Frage entscheiden, wie es mit einem 3. Bauabschnitt im Interkommunalen Gewerbegebiet (IBV) weitergehen soll.

Der Versmolder Stadtrat hat sich bereits festgelegt, für ihn sind die Grenzen des Wachstums weiterhin nicht erreicht und er hat einer Erweiterung auch auf Versmolder Gebiet bereits den Weg geebnet. Obwohl sich nun erstmals Widerstand auch von Versmolder Bürgerinnen und Bürgern geregt und in der entsprechenden Sitzung deutlich gezeigt hat, stimmte der Rat nahezu einstimmig für die Opferung weiterer Flächen. Nur die Versmolder Grünen, die in den Jahren zuvor ebenfalls immer für den IBV Ausbau gestimmt haben, sind nun zur Besinnung gekommen.

In Borgholzhausen fand in der vorbereitenden Sitzung des Bau- und Planungsausschusses eine deutlich breitere Diskussion statt, nicht nur wegen den das IBV schon länger kritisch begleitenden Ratsmitgliedern von BU und Grünen, sondern auch – und das muss man positiv hervorheben – ermöglicht durch den im Vergleich viel demokratischeren Umgang des Borgholzhausener Rats mit sich einbringenden Bürgern.

Trotzdem fanden sich auch hier die alten Mehrheiten aus SPD, CDU und FDP, die in den letzten Jahren noch jeden Vorschlag des Zweckverbands durchgebracht haben. Wir hoffen trotzdem am Donnerstag auf eine Überraschung: Vielleicht gibt es ja auch in Borgholzhausen noch eine Fraktion, die sich neu besinnt und keinen Sinn darin sieht weitere, unersetzliche Flächen zu opfern? Oder genügend einzelne Ratmitglieder aus verschiedenen Faktionen? Das könnte schon reichen!

Im folgenden Text haben wir die Erfahrungen der letzten Jahre mit dem 2. Bauabschnitt zusammengefasst und begründen damit, warum ein 3. Bauabschnitt (oder gar ein 4., der sich schon in den Ratsunterlagen zeigt), weder sinnvoll ist noch zwangsläufig heute vorbereitet werden muss. Hier die Kurzfassung:

  • Das Versprechen neuer, attraktiver Arbeitsplätze wurde nicht eingelöst und wird es in Zukunft noch weniger
  • Spürbare Einnahmen aus Gewerbesteuern sind offenbar ausgeblieben
  • Der Beschluss einen 3. Bauabschnitt an den Regionalrat zu melden, ist nicht so unverbindlich, wie es gelegentlich dargestellt wird, sondern eine dauerhafte Festlegung
  • Eine wirksame Beteiligung der von den Belastungen am stärksten betroffenen Bürgerinnen und Bürger an der Ausgestaltung des 2. Bauabschnitts ist nicht erfolgt

Oft war in den letzten Wochen von Seiten der BA 3 Befürworter/-innen die Rede davon, dass nur so die Zukunft unserer Kinder gesichert werden könne. Ob diese Ratsmitglieder tatsächlich ihre eigenen Kinder und Kindeskinder – die möglicherweise gerade an den Fridays for Future ihr erstes politische Engagement üben – gefragt haben, ob sie ihnen dankbar dafür sind, wenn sie wieder einige Hektar Land für die Versiegelung freigeben? Wir glauben nicht. Und wenn doch, dann würden uns die Antworten interessieren.

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Also, liebe Ratsmitglieder! Geht noch einmal in euch und befreit euch von alten Glaubenssätzen: Unsere Städte brauchen heute keine weiteren Industrieflächen an der Autobahn. Und um es zukünftigen Generationen zu ermöglichen selbst zu wählen, wie sie ihre Städte gestalten wollen, darf es jetzt keine Festlegung auf den alten ‘Mehr Industrie ist immer besser!’-Kurs geben.

Und nun das Ganze noch einmal ausführlich 😏

Wie viele Arbeitsplätze hat das IBV bisher wirklich geschaffen?

Aus den Parteien, die weiterhin für einen ungebremsten Ausbau des Industriegebiets stimmen, wird im wesentlichen ein Argument vorgebracht: Man müsse Arbeitsplätze für unsere Kinder und Kindeskinder sichern. Der Hinweis, dass ja noch andere Gewerbeflächen im Umkreis vorhanden sein werden (bspw. Konversionsflächen in Gütersloh) wird damit abgetan, dies seien ja keine Arbeitsplätze in Borgholzhausen und Versmold.

Dies ist ein merkwürdiges Argument, so als liege das IBV in bequemer Nähe für die meisten Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinden. Wenn man allerdings regelmäßig morgens mit dem Hund seine Runde an der B476 zwischen Bahnhof und SSD Tankstelle dreht, dann trifft man nur sehr vereinzelt Radfahrer oder gar Fußgänger, die auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz im IBV sind. Da das IBV so weit weg von den Kernstädten liegt – so weit weg, dass es im Borgholzhausener Rat in den letzten Jahren immer mal wieder Ideen gab hierhin doch noch mehr Belastungen zu verlagern, z. B. eine Hochspannungsleitung – fahren die meisten eben doch mit dem Auto. Und wenn man erst einmal im Auto sitzt macht es keinen sehr großen Unterschied mehr, ob man 5, 10 oder gar 20 Kilometer fährt, erst recht nicht, wenn die Autobahn fertiggestellt und ein noch schnelleres Pendeln Richtung Bielefeld / Gütersloh möglich ist.

Die Attraktivität der Städte Borgholzhausen und Versmold für arbeitssuchende Menschen hängt hier von ganz anderen Faktoren ab, gewiss nicht von einem weit außerhalb der Kernstädte liegenden Industriegebiet. Oder anders gesagt: Niemand wird für einen Arbeitsplatz im IBV, den er schneller von Halle oder Dissen erreichen kann, nach Borgholzhausen oder Versmold ziehen.

Aber zurück zur eigentlichen Frage: Ist ein Gewinn an Arbeitsplätzen durch das IBV erkennbar? Auch die Parteien, die dieses Argument führen, bringen keine konkreten Zahlen mit. Und in der Zeitung kann man nur davon lesen, dass der im BA 2 angesiedelte Logistiker B+S der Stadt Borgholzhausen eine leerstehende Immobilie abgekauft hat um dort bis zu 60 Mitarbeiter aus dem europäischen Ausland unterzubringen und weiterzubilden. Das ist ein lobenswertes Vorgehen, aber auch ein Hinweis, dass es in unseren Städten keine Arbeitssuchenden gibt, die auf eine entsprechende Stelle gewartet haben.

Und da es sich bei B+S um die mit Abstand größte Ansiedlung im 2. Bauabschnitt handelt  – zumindest wenn man nach dem Flächenverbrauch geht – kann man insgesamt von einer nur sehr geringen Anzahl an geschaffenen – und für unsere Bürgerinnen und Bürger attraktiven – Stellen ausgehen.

Dabei steht Borgholzhausen in der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen (Quelle Kommunalprofile von IT.NRW) nicht schlecht dar:

Beschaeftige_VG_Borgholzhausen_bis_2017_ITNRW

Hier geht es allerdings um das Verarbeitende Gewerbe, welches in Borgholzhausen den Löwenanteil der Stellen ausmacht. Der Bereich, in den die Logistiker fallen, ist dagegen klein und ohne relevantes Wachstum.

Auch in einem 3. Bauabschnitt werden sich – allen früher schon beim 2. Bauabschnitt gemachten Beteuerungen zum Trotz – Industrien ansiedeln, die eine sehr gute Verkehrsanbindung und möglichst keine Restriktionen bei Lärm, Licht und Betriebszeiten suchen. Also weitere Logistikunternehmen, die heute noch weitgehend austauschbare Belegschaften nutzen, aber angesichts der bereits erkennbaren Automatisierungsmöglichkeiten in ein paar Jahren vermutlich weitgehend menschenleer arbeiten werden.

Wer das nicht glaubt möge sich dieses Video über die heutigen Warenhäuser von Amazon und Alibaba ansehen und zählen, wie viele Menschen dort vorkommen:

https://www.youtube.com/watch?v=HYjc9h8oSsY

All das zusammengenommen lässt keinen relevanten Zuwachs an Arbeitsplätzen – erst recht nicht bei den für unsere Bürgerinnen und Bürger attraktiven Arbeitsplätzen – durch einen 3. Bauabschnitt erwarten.

Was ist aus den Versprechen reichlich fließender Gewerbesteuereinnahmen geworden?

Dieses Argument wurde früher oft gebracht, immer sogleich verbunden mit dem Hinweis, dass man konkrete Angaben leider nicht machen könne, da sonst die Geschäftsgeheimnisse der Unternehmen im IBV gefährdet seien. Nach unserem Stand hat sich dieses intransparente Verhalten bis heute nicht geändert. Daher bleibt nur der Blick in die allgemeinen Gewerbesteuerentwicklungen von Borgholzhausen und Versmold:

In Borgholzhausen sieht man einen generell positiven Trend, der aber schon vor der Ansiedlung von Unternehmen im 2. Bauabschnitt begann. Die potentiellen Steuereinnahmen aus dem IBV haben auch bisher nicht dazu beigetragen diese stark schwankende Steuerquelle verlässlicher zu machen, hier gibt es weiterhin große Schwankungen sowohl in Borgholzhausen (Quelle Haushaltsplanung 2019):

Steuereinnahmen_Borgholzhausen_Haushaltsplanung_2019

wie in Versmold (Quelle Haushaltssatzung 2019):

Steuereinnahmen_Versmold_Haushaltsplanung_2019

In Versmold sieht man auch keinen vergleichbaren, positiven Trend bei der Gewerbesteuer. Es bleibt damit zweifelhaft, dass sich der Flächenverbrauch für den 2. Bauabschnitt in finanzieller Hinsicht für unsere Städte bisher gelohnt hat.

Da in der aktuellen Diskussion um den 3. Bauabschnitt das Einnahmeargument nicht mehr vorzukommen scheint, ist diese Einschätzung wohl gerechtfertigt.

Borgholzhausen ist führend. Beim Flächenverbrauch

Trotz des offenbar geringen Effekts, den der 2. Bauabschnitt auf Stellen- und Einnahmeentwicklung unserer Städte hatte, soll nun ein 3. Bauabschnitt entstehen. Abgesehen von den Naturschutzfragen, die in dem in den Sitzungen präsentierten Gutachten zu geschützten Arten aufgeworfen werden, stellt sich wieder die Frage:

Warum soll ein weiterer Teil unserer nicht unendlich verfügbaren Bodenfläche geopfert werden?

Borgholzhausen hat auch bisher schon eine ‘Führungsposition’ beim Flächenverbrauch (Quelle wie oben IT.NRW):

Flaechenverbrauch_Borgholzhausen_bis_2015_ITNRW

In dieser Graphik dürften die Flächenverluste durch die A33 (deren Baubeginn war erst Ende 2015) noch nicht eingerechnet sein, ebenso fehlen vermutlich die letzten Ansiedlungen im BA 2. Auch die BU hat in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses ähnliche Auswertungen vorgestellt, die Borgholzhausen auf einem Spitzenplatz bei der Industriefläche pro Einwohner einordnen.

Aber nur weil wir weiterhin als ländliche Gemeinde gelten können bedeutet dies nicht, dass wir mit unseren unersetzlichen, unbebauten Flächen so umgehen sollten, als gäbe es kein Morgen mehr. Und damit zukünftigen Generationen den Handlungsspielraum immer weiter einengen.

Jeder Beschluss zementiert den Weg in eine Richtung

In der aktuellen Diskussion um den BA 3 hört man auch wieder das Argument, dass mit diesem Beschluss ja ‘noch nicht die Bagger’ rollen würden. Und es nur darum gehe zukünftige Optionen offen zu halten.

Leider ist genau das Gegenteil der Fall, wie die bisherige Geschichte des 3. Bauabschnitts zeigt: Zu einer Zeit vom Zweckverband beschlossen, als dieser noch nicht unter genauerer Beobachtung stand, hat sich diese Richtungsentscheidung bis heute nicht revidieren lassen. Stattdessen führte sie zu weiteren kleinen und großen Schritten und nun soll der Regionalrat seine Freigabe für den konkreten Ort der Ansiedlung geben.

Ist dies der Fall wird es keine Handlungsspielräume mehr geben, denn die Befürworter neuer Industriegebiete, die es wohl noch lange zumindest vereinzelt geben wird, werden immer argumentieren, dass doch schon ‘so viel erreicht wurde’ und man nun ‘nicht mehr umkehren könne’.

Wer tatsächlich den kommenden Generationen ihre Chance auf eine eigenständige, für ihre Zeit angemessene Entscheidungsfindung lassen will, der darf jetzt keine Beschlüsse fassen, die genau dies nicht mehr zulassen.

Beteiligung der Betroffenen – Welche Beteiligung?

Zum Schluss noch eine Einordnung einer Aussage der Versmolder Ratsherrin Fülling, die im Haller Kreisblatt am 18. Mai zitiert wurde und demnach sagte, dass die ersten beiden Bauabschnitte ‘zusammen mit den Anliegern entwickelt’ worden seien.

Darüber haben wir uns sehr gewundert. Zum einen, da dieses Versmolder Ratsmitglied sich bei uns ganz besonders eingeprägt hat, da es sehr deutlich seine Genervtheit zum Ausdruck bringen musste, als wir 2011 zum ersten Mal in großer Zahl im Borgholzhausener Rathaus Gehör verlangten.

Genauso gut erinnern wir uns noch an den sogn. ‘Arbeitskreis’, dieses Trauerspiel, mit dem uns die damaligen Bürgermeister abgespeist haben. Selbst beim Thema der Vermüllung unserer Heimat, die eine direkte Folge des 2. Bauabschnitts war und ist, wurden wir lange allein gelassen.

Allen betroffenen Bürgerinnen und Bürgern kann man hier nur den Rat geben nicht darauf zu warten, dass sie einbezogen werden, sondern sich selbst immer wieder ins Gedächtnis der Politik zu bringen.

Wie geht es weiter?

Wir sind gespannt auf die Ratssitzung und werden sie aufmerksam begleiten.

Unsere 16. Müllsammelaktion: Dieses Mal mit großer Verstärkung!

Nachdem die stadtweite Müllsammelaktion im letzten Jahr den eisigen Temperaturen zum Opfer fiel hatten wir in diesem Jahr Glück mit dem Wetter: Der seit fast einer Woche fallende Regen machte am Vormittag eine Pause, so dass wir trocken die Straßenränder am Bahnhof, in Oldendorf und in der Thielheide säubern konnten.

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In diesem Jahr hatten wir eine sehr tatkräftige Unterstützung durch die Firma Düpmann, die mit gleich 8 Leuten dabei war und sehr geholfen hat unsere Gegend vom winterlichen Müll zu befreien. Vielen Dank! 👍

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Damit wurde unser Anhänger – obwohl Straßen-NRW erst Tage zuvor die B476 gesäubert hatte – wieder ziemlich voll 😳 Abgesehen von einzelnen sperrigen Fundstücken wie einer zerbrochenen Palette, einem Fahrradkorb und Radkappen waren es in diesem Jahr sehr viele (Schnaps)Flaschen, die die Säcke schnell schwer gemacht haben.

IMG_20190309_120449-01Anschließend gab es von der Stadt wieder warme Suppe und Getränke, in diesem Jahr konnten sich alle Helferinnen und Helfer dabei sogar im Schützenhaus aufwärmen.

Der Kita Brummihof hat parallel dazu eine Aktion gemacht, bei der ein nahe gelegenes Wäldchen aufgeräumt wurde. Die dabei herausgeholten Müllmengen waren ganz enorm, wie dieses von der Kita zur Verfügung gestellte Foto zeigt:

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